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Nowhere Train Albumpräsentation TAPE

Analoge Lust
Der Nowhere Train führt mit seinem neuen Album TAPE den Begriff Band an seinen wortwörtlichen Ursprung zurück und rettet dabei Leben: Das Band das alles zusammenhält. Eigentlich ist der Nowhere Train eine Band, die es gar nicht geben kann.

Ein Gegensatz durch und durch. Eine Fleisch gewordene Unmöglichkeit. Paradoxon per se. Sie sind ALLE Alphatiere. Jeder Einzelne ist es gewohnt, in seinem jeweiligen Hauptprojekt den Ton anzugeben. Wenn sich die sieben (derzeit wahrscheinlich sogar acht ... auch das ist nicht immer so eindeutig) zweimal im Jahr für maximal drei Wochen als Nowhere Train vereinen, ist das anders: Den einen Bandleader, den einen Frontman gibt es nicht. Unterschiedliche Mitglieder schreiben Songs und singen auch bei ihren Liedern die Hauptstimme. Es ist ein ständiges Hervortreten aus der Gruppe. Ein wild bestimmtes und dennoch zärtliches Anführen, nur um sich im nächsten Moment wieder in das Ganze einzufügen, in ein unterstützendes sich Zurücknehmen. Das liest sich hier sehr einfach. Für den temporären Leithammel und das Rudel ist es aber jedes Mal eine Herausforderung. Wider die Biologie. Entgegen der Evolution. Wie gelingt das? Es scheint hier eine mit Worten schwer fassbare, aber heilvolle Vereinbarung zu geben: Nämlich die ungestüme, gemeinsame Lust, sich mit Volldampf in das Trennende und das Unbekannte zu stürzen, um auf mitunter seltsame Weise, genau so, das Verbindende zu entdecken. Zitat Jakob M. Kubizek: „Jeder von uns wollte den Nowhere Train mindestens einmal schon verlassen. Mir hat der Nowhere Train letztes Jahr mindestens dreimal das Leben gerettet.“ TAPE. Das Band das alles zusammenhält.

Wie in den Urzeiten des Rock ´n Roll hat sich der Nowhere Train vergangenen Herbst in einem Tonstudio ohne Computer getroffen. Abgeschieden, umgeben von Weinbergen westlich des Neusiedlersees, betreibt Produzent Thomas Pronai in der Cselley Mühle ein rein analoges Aufnahmestudio. In diesen digitalen Zeiten - eine weitere Unmöglichkeit. Die Musiker haben dort in einem Raum ihre Instrumente im Kreis aufgebaut. Sie haben sich auf die gemeinsame Mitte fokussiert und einfach ihre Musik - eine eigenwillige und ausufernde Auslegung des Genre Countrymusic - gespielt. Diesem Setting messen sie eine enorme Rolle bei. Planen, Proben ist nicht ihr Ding. Miteinander spielen funktioniert. Simultan. Jederzeit. Überall. Darauf können sie sich verlassen. Das Ergebnis ist so auf Band aufgezeichnet, wie es ist. Kein Editieren, Manipulieren oder nachträgliches Herumschnipseln möglich. Es ist wie es ist. Eine Aufnahme des bestmöglichen gemeinsamen Moments. Mit Hingabe an den Song der ansteht. Mit Humor. Spielen, spielen, spielen. Direkt auf Band. Analoge Lust. TAPE. Das Band das alles zusammenhält.

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