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Stefan Haider

Was bisher geschah:
Ich wurde am 30. Oktober 1972 im steirischen Zeltweg geboren, bin aber bereits wenige Tage danach an meinen eigentlichen Zielort Knittelfeld überstellt worden. Während meiner Kindheit wurden in Knittelfeld ein paar Morde verübt, was uns die Top-Platzierung in der österreichischen Kriminalstatistik und den schönen Beinamen „Chicago Europas“ einbrachte. Ich verbrachte sowohl Kindheit als auch Jugend vormittags in der Schule und nachmittags in der Kirche, sodass geistige und geistliche Bildung in ausgewogener Überdosierung an mich herangetragen wurden. „Wer nach dem Sinn des Lebens fragt, hat bereits eine Diagnose.“ Mein allgemeiner Zustand damals lässt sich sehr schön mit diesem Zitat von Sigmund Freud beschreiben, von dem ich zu dieser Zeit allerdings noch nichts wusste: Nachdem ich maturiert und Theologie studiert hatte, nahm ich die Stelle eines Religionslehrers, (eigentlich Religionsprofessors), an einem steirischen Gymnasium an. Vor allem im September war das immer sehr schwierig, weil nach neun Wochen Ferien die Umstellung auf ein geregeltes Arbeitsleben wirklich sehr hart ist. Ich fand aber Jahr für Jahr die Kraft, mich wieder zu überwinden. Diese Leistung, die tausende Lehrerinnen und Lehrer jedes Jahr immer wieder vollbringen, wird meines Erachtens in der Öffentlichkeit viel zu wenig gewürdigt. Bereits während meiner Studienzeit hatte ich begonnen, meine eigenen Gedanken und Vorstellungen in Worte und Lieder zu fassen, die ich dann bei Vorträgen im Rahmen des katholischen Bildungswerks zum Besten gab. Sinn der Sache wäre gewesen, damit Menschen zu berühren, wie es sonst nur Peter Maffay und Benedikt XVI. gelingt. Da aber die Zuschauer in erster Linie lachten, schrieb ich irgendwann „Kabarett“ über meine Vorträge, was sich sehr positiv auf die Besucherzahlen auswirkte.
Nachdem ich im November 2005 den Goldenen Wiener Kleinkunstnagel gewonnen und ein Engagement für die „Lange Nacht des Kabaretts“ in der Tasche hatte, beendete ich schweren Herzens meine Religionslehrerkarriere, übersiedelte nach Wien und widmete mich vier Jahre lang ausschließlich der professionellen Unterhaltung von Menschen. Im Sommer 2010 war meine Sehnsucht nach Schule und Religionsunterricht so unerträglich geworden, dass ich meine Seele nicht weiter quälen wollte. Aufgrund verschiedener glücklicher Umstände konnte ich im September meine Stelle an der HLM-BAKIP Wiener Neustadt antreten. Zwar muss ich jetzt wieder früh aufstehen, darf dafür aber künftigen KindergartenpädagogInnen und ModeschöpferInnen erzählen, was sie so über Jesus, den Papst und die Kirche allgemein wissen sollten. Klingt nicht nur wahnsinnig cool – ist es auch!

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