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Ehnert vs. Ehnert

Küss Langsam

Scheidung! Gerade mal drei Jahre ist es her, dass die beiden Schauspieler Jennifer und Michael Ehnert sich bei den Dreharbeiten zu einer Fernsehserie mit dem schönen Titel „Küss langsam“ kennen- und lieben gelernt haben. Doch die vielversprechende Romantic-Action-Comedy über einen coolen Bullen und eine smarte Journalistin, die gemeinsam den größten Polit- und Wirtschaftsskandal aller Zeiten auffliegen lassen, ist leider nie gesendet worden. Und auch das glamouröse Schauspielerehepaar hinter den beiden Figuren hat nie den Weg in einen funktionierenden Beziehungsalltag gefunden. Aber natürlich sind Scheidungen heutzutage eher die Regel als die Ausnahme und so muss das zerstrittene Paar sich noch zwei Stunden gedulden, schließlich ist noch ein ganzer Saal Scheidungswilliger vor ihnen an der Reihe. Genug Zeit für die beiden Rosenkrieger, noch einmal Revue passieren zu lassen, wie alles begann - und wie alles zerbrach. Das Publikum wird Zeuge einer romantischen Liebesbeziehung vor der Kamera: Voller heißblütiger Liebesszenen und explosiver Actionsequenzen! Und dem zunehmend giftigeren Scheitern hinter der Kamera: Mit verbalen Patronenhülsen am Wegesrand, Dialogen wie Tretminen und einem schier unerschöpflichen Füllhorn an Gemeinheiten und Beleidigungen. „Küss langsam“ ist eine ebenso atemberaubende wie komische Tour de Force durch Männer- und Frauenbilder unserer Zeit. Permanent unterfüttert und untergraben von neuesten Erkenntnissen aus der Paarforschung.

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KRITIKEN: "Jennifer und Michael Ehnert glänzen in filmreifen Ehedrama-Spektakel 'Küss langsam'. So etwas hat man selten, wenn überhaupt gesehen: Ein Ehedrama als Spionagethriller auf verschiedenen Zeitebenen, mit psychologischen Kontroversen und dokumentarischen Einsprengseln, phantastischen Ideen und exzellenten Dialogen. Es ist eigentlich nur ein Zwei-Personen-Stück - aber was für eins! Was da Jennifer und Michael Ehnert vor 220 verblüfften und bald faszinierten Zuschauern auf die Kulturabühne bringen, ist filmreif. Denn einerseits ist die Struktur ihres szenischen Disputs, der kurz vor dem Termin beim Scheidzungsrichter stattfindet, so komplex wie Tarantinos 'Pulp Fiction'. Andererseits verweist allein der Titel 'Küss langsam' (Untertitel: 'Ehnert vs. Ehnert') auf einschlägige Bruce-Willis-Filme wie ebenso kinobekannte Ehe-Endspiele. 'Küss langsam'. Genau diesen Titel sollte eine TV-Serie tragen, mit einem 'taffen Bullen' und einer 'cleveren Journalistin' als Hauptfiguren. Michael und Jennifer wurden dafür gecastet, lernten sich lieben und heirateten. Die Serie wurde nie gedreht, und die beiden fragen sich endlich: Warum? Also spielen sie das Drehbuch nach, sich dabei mit wütenden Ehrabschneidungen sexuellen und charakterlichen Gehalts ständig behindernd. Doch dann stellen sie fest, dass es um mehr als eine neue Krimiserie ging. Denn immer wieder werden sie von Staatsagenten verfolgt und müssen flüchten, auf die eine oder andere skurrile Weise. (...) All das wird mit flexibler Licht- und Geräuschkulisse dargeboten. Hubschrauber und Gewehrfeuer inklusive. Die Ehnerts behaupten sich darin wie unverletzbare Comicfiguren, ohne ihre Ehekrise aus den Augen zu verlieren. (...) Es ist ein fulminantes, klug und witzig konstruiertes Abenteuer (Autor: Michael Ehnert, Regie: Martin Blau), auf das auch ein routinierter Kritiker nicht anders reagieren kann als das Publikum, nämlich mit uneingeschränkter Bewunderung."  (Heilbronner Stimme, 19.10.2013, Michael Dignal)