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Gunkl & Lesch

Über Anfänge und alles, was nicht eins ist

 

Der Physiker und Astronom Harald Lesch und der Kabarettist Gunkl erörtern nicht eben alle, so doch wesentliche Fundamente des Soseins. Als wäre es nicht ohnehin schon schwer genug, zeitgemäß den Mietzins zu entrichten, sich hinreichend fettarm zu ernähren, und einigermaßen knöllchenfrei durch den Verkehr zu kommen, befassen sich immer wieder Menschen mit Aspekten unserer Existenz, die nicht unbedingt Bestandteil des alltäglichen Erlebnisparcours sind, aber durchaus damit zu tun haben. Zum Beispiel fallen Sachen, wenn sie fallen, runter. Das tun sie auch, ohne dass wir wissen, wie Gravitation funktioniert. Und wenn wir das wissen, tun sie es ebenso. Also wäre es eigentlich wurscht, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, aber es ist halt schon sehr interessant herauszufinden, warum sie das tun. Wenn die Physik weiß, warum das so ist, kann sich die Philosophie damit befassen, was das jetzt für uns Menschen heißt, und die Kunst geht der Frage nach, wie wir damit umgehen.

... Ein Dream-Team, das uns das Gravitationsgesetz und die Fundamente unseres Daseins erklärt und plausibel macht … Da ist Erhellendes über den Urknall und Außerirdische zu erfahren, die Grenzen der Mathematik und die Wahrscheinlichkeit exterrestrischen Lebens … Der „Sternpathologe“ (Lesch über Lesch) gesteht: „Wir Physiker irren uns empor.“ Und Gunkl rät: „Man sollte die Welt nicht persönlich nehmen.“ Nie war Naturwissenschaft unterhaltsamer!

Kurier - Werner Rosenberger, 6. Februar 2011 KURIER-Wertung: ***** (5 von 5)